Heimatgeschichtsverein   Rechenberg-Bienenmühle e.V. Diese Webseite wurde erarbeitet von  - Projektmanagement Lohse  -  HLohse4@gmx.de
Die Neugrabenflöße von Fláje nach Clausnitz in die Freiberger Mulde
Die Einrichtung eines grenzüberschreitenden Lehrpfad 2013 wurde gefördert durch Ziel3-Cil3
Warum wurde dieser Kunstgraben gebraucht? 1568 schlug der Freiberger Ratsherr Siegismund Röling wegen sich abzeichnendem Holzmangel vor, weitere Wälder für die Stadt zu erschließen. Am Oberlauf der Flöha, d. h. auf böhmischem Gebiet, gab es diese Wälder. Dort gekauftes Holz ließ sich aber nicht so ohne weiteres nach Freiberg transportieren.  1623 schloss Kurfürst Johann Georg I. im Freiberger Schloss mit den böhmischen Herren von Lobkowitz auf Bilin/Bílina und Dux/Duchcov einen Kaufkontrakt über 40.000 Schragen (440.000 Raummeter) Flößholz ab. Warum hat man seinerzeit ausgerechnet diese beiden Punkte ausgewählt? Der Anfangsspunkt des Grabens war in Fleyh/Fláje (696 m ü. d. M.). Dieser Punkt ist heute wegen der Talsperre leider nicht mehr zugänglich. Der Endpunktpunkt befand sich an der Einmündung des Clausnitzer Dorfbachs in die Freiberger Mulde (505 m ü. d. M.). Wenn Holz aus der Flöha in die Mulde und nach Freiberg schwimmen sollte, musste es die Wasserscheide bei Clausnitz mit 680m ü.d.M. überqueren. Außerdem war dazu eine angemessene Wassermenge erforderlich. Diese konnte man aus der Flöha aber erst dort ableiten, wo der Fluss ausreichend angewachsen war. Das war der Fall, nachdem die Zuflüsse des Oberlaufs der Flöha alle eingemündet waren. Dieser Gesichtspunkt wurde vermutlich auch der Talsperren-Standortwahl zugrunde gelegt. Der vorläufig letzte starke Zufluss mündete etwas oberhalb der Meereshöhe bei 700 m ein.  Die Flößkapazität: Geplant war, über die Mulden- und Neugrabenflöße jährlich 4000 Schragen (44.000 Raummeter) nach Freiberg zu flößen. Die Hälfte sollte der Kurfürst der Stadt abgeben, was er aber selten einhielt. Wegen Kriegen, fehlendem Geld, Zollstreitigkeiten aber auch wegen Wassermangel im Graben wurde das Limit oft unterschritten. Andererseits wurden beispielsweise Anfang des 19. Jahrhunderts in einem Jahr fast 70.000 Raummeter Holz allein auf dem Neugraben abgeflößt. Aus den jährlich in Anspruch genommenen Flößzeiten von 8 Tagen bis zu 3 Monaten kann man erkennen, dass die vorhandene Flößkapazität bei weitem nicht ausgeschöpft wurde.  Das Gefälle des Floßgrabens und die Schwimmgeschwindigkeiten: Vom Fassungspunkt an der Flöha bis zum Rauschenbach an der Grenze beträgt das Gefälle 1:600. Die 8 km durchschwamm das Holz in 3 Stunden, Das entspricht einer Geschwindigkeit von 0,74 m/s. Von hier bis zur Clausnitzer Passhöhe gibt es ein deutlich geringeres Gefälle von 1:2000. Für die 10 km Wegstrecke benötigten die Holzscheite ca. 5 Stunden. Hieraus berechnet sich eine Geschwindigkeit von 0,56 m/s.   Über diese und viele weitere Themen wie: •	Der Bau des Floßgrabens von 1624 bis 1629 •	Technische Daten und Einrichtungen der Neugrabenflöße •	Zu bewältigende Schwierigkeiten beim Bau des Flößgrabens •	Warum wurden Fluter gebraucht und wie funktionierten diese? •	Die Brücken über den Floßgraben •	Der Betrieb der Neugrabenflöße •	Vier ausgewählte Wanderruten  können Sie sich auf den 25 Informationstafeln entlang des grenzüberschreitenden Lehrpfades oder in dem 75 seitigen Begleitheft zum Lehrpfad informieren. Die Texte für 24Informationstafeln erarbeiten Susanne und Klaus Hochstrate  Das zweisprachige Begleitheft können Sie bei uns im Flößerhaus oder im Fremdenverkehrsamt erhalten.
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Einweihung der Grenzbrücke am 5.Juli 2013